Nacht. Ein Essay. II

Veröffentlicht in Kurzgeschichten am 13. August 2012 von Shaitanjr

Und weiter geht die Reise…

Ein Steinwurf. Jemand schrie, wie ich polternd zwischen den feuchten Grashalmen daherrutschte und meine Füße nicht zum Stillstand kamen. Ich keuchte.
Noch aus dieser Zeit erkenne ich heute, wie argwöhnisch man mich beobachtet hatte, aus einem Winkel der mir lang verborgen blieb. Ich arbeitete mich also vor zu erkunden, woher der Stein geflogen kam. Die Scheibe jedenfalls war zerstört und drinnen schimpfte die Hausherrin ob der wüsten Vandalen. Die nicht zu sehen waren. Es klirrte ein zweites Mal, als ich eben einen weiteren Stein aufs Fenster aufprallen sah. Ich spurtete los, untersuchte wohin der Stein gefallen war, nachdem er das Glas durchschlagen hatte. Mitten im Raum lag er, groß und ohne Blessuren. Woher mochte er gekommen sein? Es sah nicht danach aus, als habe er bereits vor dem Haus gelegen, ganz so als hätte ihn ein wilder Bursche aufnehmen und werfen können. Nein, dieser Stein war nicht von hier. Ebenso wenig war es der erste. So machte ich kehrt und bewegte mich – den Himmel observierend – in die Richtung aus der die Steine gekommen sein mussten. Krach. Hinter mir. Jetzt war auch das Dach beschädigt. Eine steinerne Kugel rollte vom Dach herab und landete vor dem zweiten Fenster. Drinnen tobte es erneut. Ob man denn niemals seine Ruhe vor Landstreichern haben könne, zeterte es. Ich war gewiss kein Landstreicher, obschon ich mit Begeisterung die Spuren der aus dem Nichts nahenden Steine erforschte.
Der dritte nun war mit Kerben übersäht. Eine wilde ungeordnete Spur von Krallen, die tief ins harte Fleisch geschnitten hatten. Auch dieser Stein war nicht aus der Umgebung entnommen worden. Das Spiel begann sich im Kreis zu drehen. Wer warf all die Steine um sich dann wieder zu verstecken? Und wozu brachte er sie aus einem anderen Wohngebiet hier her?
Ich hatte keine Verdächtigen und so blieb mir nichts anderes als den Steinregen einmal sich selbst zu überlassen. Lediglich bat ich die Hausherrin, sich drinnen sicher zu halten, um keinen Schaden zu nehmen.
Droben über mir dämmerte es. Die Sonne zog sich rasch hinter einer Wolkenwand zurück, um schließlich gänzlich das Weite zu suchen. Und noch immer flogen kleine und größere runde Steine auf das Haus zu. Sie schienen ungeordnet vom Himmel zu kommen, immer mehr prallten auf dem Hausdach auf, andere zerschlugen weitere Fenster oder landeten dort wo die ersten beiden ihren Weg gefunden hatten.
Ich richtete meine Front wieder auf mein Ziel, dorthin wo ich den Werfer zu finden hoffte. Das kleine Holzhaus war umringt von einem Gürtel aus Wald und zwischen den Bäumen herrschte schon jetzt modrige Blindheit. Trotzdem musste ich mich dorthin wagen, um endlich das Geheimnis zu lüften. Noch bevor ich tief in den nassen Wald eingedrungen war, erkannte ich eine mir wohlvertraute Silhuette zwischen den Stämmen.

(c) ShaitanJr, 13.08.2012
to be continued…

Ein Experiment zur Huldung der Nacht.

Veröffentlicht in Kurzgeschichten mit den Tags am 17. Juli 2012 von Shaitanjr

Manche Nacht kann interessante Ideen hervorbringen. Und so auch diese, obschon sie bereits um ist, wie mir der Blick aus dem Fenster verrät.

Was mich nun ergriffen hat, ist die Idee einer neuen Kurzgeschichte. Nicht irgendeiner kleinen abgeschlossenen Handlung. Ich werde versuchen eine größere Geschichte, deren etwaigen Ablauf ich inzwischen erahnen, jedoch nicht kennen kann, in Abschnitten hier einzustellen. Inspirationsquelle und tieferer Sinn dahinter ist endlose Nacht und ein Spagat zwischen leichtem Horror, Grusel und Faszination. Ich schreibe diese Zeilen nicht ohne Grund. Beim sehnsüchtigen Suchen nach neuer – gothic aber modernen – Literatur, die die Unterhaltung nicht über die tiefgreifende Erkenntnis stellt, musste ich einsehen, dass es außer uralten (oft für meinen Geschmack doch uninteressanten) Schinken nichts neues gibt, das der Szene an Wortkunst zur Verfügung steht. Und so nehme ich meine selbstauferlegte Aufgabe an, weiterhin Wortkunst für meine Szene zu schaffen. In der Hoffnung, dass sich bald auch andere dazu inspiriert fühlen wieder den tiefgreifend faszinierend dunklen Gang übers Papier zu wagen. Ich bin gespannt…

Nacht. Ein Essay.

Nacht und um uns reißt der Sturm ein Loch in die Schutzhütte. Gewaltige Pranken senken sich durch das hölzerne Fleisch in die Kammer, kratzen über den Boden. Und bleiben plötzlich vor uns stehen. Wie wir da so zusammengekauert sitzen, erlegt mein Blick die Beute in Sekundenschnelle: Die Drachen sind nicht hier, um uns zu töten.

Schreiend erwachte ich aus dem Leben in eine fremde Realität. Über mir starrte die unauslöschliche Finsternis auf mich herab. Die Decke war heil geblieben und ich war allein. Dennoch scharrte etwas in einer Ecke über den Boden. Ein Schauer überzog meinen Rücken. Was auch immer es war, es war weit genug fort. Mein Atem begann sich allmählich zu entspannen. Bis es wieder knisterte, scharrte, kicherte. Den Instinkt, das Hörbare zu erkennen, konnte ich kaum unterdrücken, starrten mich doch aus der wabernden Nacht zwei dunkel pulsierende Augen an. Es war hier. Und ich war ihm hilflos ausgeliefert.
Mit dieser Erkenntnis stockte mein Luftholen endgültig. Je länger ich es ansah, desto intensiver wirkten die Formen, die seltsam anmutend aus der bereits lichtlosen Dämmerung meines Zimmers hervorstachen. Zwei leicht gerundete Schlitze, abgrundtief. Und darunter ein etwas lichteres Grinsen. Lange, lange konnten wir nicht von einander loslassen. Es brauchte mich, um zu existieren, das wurde mir immer klarer. Doch auch ich brauchte das Wissen, dass es da war. Inzwischen fühlte es sich ein wenig an, als verbreite die Gestalt Sicherheit. Als sei sie nur gekommen, um nach dem rechten zu sehen. Am Fenster schob sich der Mond einige Zentimeter weiter nach links, löste neue Schatten aus der Masse und befreite einige weitere Seelen, die sogleich um uns herum schwirrten und stöhnten. Diese hier kannte ich bereits. Sie waren harmlos und oft reichte der Gedanke, dass sie ausschließlich einer irritierten Fantasie entsprungen waren, um sie zu vernichten. Das kleine Wesen, dessen Augen schon in die Tiefen meiner Seele eingedrungen waren, wollte sich nicht vernichten lassen. Weder meine Fantasie noch mein Glaube hielten es davon ab, zwischen der Realität und der Irrealität zu wählen. Es musste mehr sein, als alles was ich mir je eingebildet hatte.
Für einen kleinen Test nur schloss ich vorsichtig die Augen, mit der Erwartung beim Öffnen und erneuten Hinschauen festzustellen, dass das Wesen doch nichts weiter als verirrte Schatten war. Ich schlug also die Augenlider wieder auf. Und schrie.
Eben noch wurde mir gewahr, wie nahe das Wesen in dieser einen Sekunde gerückt sein musste. Noch einmal brannten sich seine unsagbar tiefen Augen in mich ein, bevor die Tür zu meinem Zimmer aufgestoßen wurde. Greller Lichtschein verjagte das Untier, hüpfend und keckernd sah ich es durch die scheinbar immaterielle Fensterscheibe verschwinden. Ich keuchte.

Meine Begegnungen dieser Art hielten sich zu früheren Zeiten in Grenzen. Der Kobold, wie ich ihn nach mehrmaligen Besuchen nannte, kam des Öfteren, sogar sehr nahe. Nie aber berührte er mich. Lediglich meine Kräfte raubte er, sodass ich am Ende nie sicher war, ob er nun doch real oder erträumt war. Jahr für Jahr aber wurden die Begegnungen weniger und ich hatte bald die Hoffnung, dass das Tier sich nicht wieder zeigen würde. Diesem frommen Wunsch entsprach vieles, nicht aber mein Kobold.
Irgendwann hörte ich auf an ihn zu denken, konnte die Sichtungen zuweilen vergessen. Nicht aber für immer. Das Angsttier in mir schien ihn letztlich doch zu rufen. Eines Abends war ich allein unterwegs gewesen, wie manch frei lebende Menschen so sind. Taumelnd – nicht alkoholisiert – schlenderte ich durch die unlichtdurchflutete Straßen meiner Stadt, auf dem Heimweg über die Brücke. Vielleicht hätte ich den Ort an diesem Abend meiden sollen. So trat mir ein seltsam gekleideter Mensch entgegen. Für diese Stadt und für die moderne Zeit nichts ungewöhnliches, wären da nicht seine kaum erkennbaren Hände gewesen, die aus dem Mantel hätten heraus scheinen müssen. Ich hob langsam meinen Blick, musste ihn jedoch schnell wieder senken, da mich etwas in den Augen des Mannes irritierte: Sie reflektierten grell Licht, das nicht da war. Sie leuchteten gerade zu in einem sanft goldenen Licht, diese atemberaubenden Ringe um die dennoch unverkennbar schwarzen Pupillen. Waren das Kontaktlinsen? Noch während der Fremde an mir vorbei wankte, spürte ich wie intensiv er mich musterte. Dies war kein gewöhnlicher Witzbold, der seine Umwelt zu provozieren versuchte. Dieses Wesen war mehr. Zugleich womöglich kein Mensch, noch weniger als das. Unter der Brücke begannen die Laternen zu flackern, eben als er den Linken an mir vorbei setzte. Knurrte. Sein Mantel schleifte einige Zentimeter hinter ihm her. Ich erinnere mich, wie ich darüber nachdachte, warum ein Mensch so ein furchtbares Kleidungsstück überhaupt trug. Schnell versuchte ich den Vorfall zu vergessen. Noch einige hundert Meter und etwa drei Hausecken trennten mich von meiner Haustür. Von weitem war nichts zu erkennen, als ich den Blick zielsicher an das Haus heftete in dem ich wohnte. Der Lichtkegel davor schien beinahe normal zu sein, orange und schwach, wie immer. Und dennoch fiel mir beim verändern des Blickfeldes eine Bewegung auf, die nicht dorthin gehörte. Noch drei Schritte. Und dann noch einen. Angst hielt meine Beine fest. Ich sah mich um, versuchte mein Hirn zu beruhigen, bevor es endgültig aus seiner Truhe zu springen vermochte. In der Hand drehte ich bereits den Schlüsselbund immer und immer wieder, um meine Nervosität ein wenig zu entspannen. Noch ein Schritt. Und hinter mir fiel er.
Ein lautes Knallen als sei die Laterne umgefallen, breitete sich in der Straße aus. Nichts rührte sich. Verängstigt nahm ich endlich meine Beine in die Hand und wagte die letzten Schritte bis zur Tür. Doch es war schon zu spät. Sie ließ sich nicht öffnen. Mit aller Kraft drehte ich den Schlüssel, drückte, schob und hämmerte mit meiner Schulter dagegen. Eben als ich zu einem neuen Schlag ausholen wollte – ohne dass ich sie berührt hätte – prallte sie auf. Und mich funkelten zwei lichtreflektierende Augen an. Er streckte die Arme aus, trat auf mich zu und alles was mir einfiel, war zu rennen. Für einen Schrei blieb keine Zeit. Ich drehte mich um die eigene Achse und rannte soweit mich die Beine trugen. Egal was ich tat. Er war dicht hinter mir.
Schließlich hastete ich an einer kleinen Sackgasse vorbei. Aus den Augenwinkeln sah ich seinen Blick mich anspringen, taumelte zur Seite und stürzte.
Er stand über mir, bedrohlich, schwarz, unnahbar. Streckte die Hand nach mir aus. Und zog mich, wie ich mich auf dem kalten nassen Boden zusammengekrümmt hatte, auf die Beine. Mein verwunderter, panischer Blick wurde nicht beantwortet. Stattdessen, legte er mir etwas in die Finger, das ich später als eine Art Amulett identifizierte. Während ich noch auf das dunkel schimmernde Kristall starrte, löste sich der Schatten vor mir auf. Als ich wieder nach oben blickte, tat sich vor mir das Licht der Straße auf. Elektrisches Licht, wie es stärker nie gewesen war. Mit zitternden Knien wandte ich mich nach Haus.

© ShaitanJr, 17.7.2012

To be continued…

Endlich neues.

Veröffentlicht in Kurzgeschichten am 1. Juni 2012 von Shaitanjr

Fremde Bedeutung

Sind wir nicht wir selbst, wenn das Lernen uns zu Menschen macht?
Vielleicht auch Gedanken, Bilder, Flüche?
Wir bewegten uns über den Horizont hinaus. Canso und mein treuer Gefährte Dram. Canso spielte wie immer mit seinem Ring am Finger, als Dram das Buch aufschlug und mir vorlas:  „Sein ist Erfüllung. Bewusstsein ist Chance. Haben wir begriffen, wo die Nadeln fallen?“ Canso nickte zustimmend. Hinter ihm flog die Nacht heran, als das Lagerfeuer zu verlöschen drohte.
„Nicht im geringsten“, beantwortete ich Drams Frage. „Das begreifende in unseren Herzen ist etwas, das noch nie jemand zu finden wagte.“  Stille senkte sich auf uns nieder.
Canso erhob sich ein wenig trunken. Starrte auf die Uhr, die in ihrem Ticken noch nie einen Moment inne gehalten hatte. Groß wirkte er, wie wir hier unten beim Feuer saßen und zu ihm aufschauten.
„Tut was ihr wollt. Für mich ist dieser Tag vorbei.“ Noch benommen vom Alkohol griff er nach seinem Sattel, ließ das Pferd zweimal um sich herum gehen, bevor es still hielt und die Last ertrug. Einmal noch sah Canso zu uns hinüber.
„Wenn du jetzt gehst, wird dir ein Leben verwehrt bleiben!“ Dram ließ uns die Hoffnung nicht aufgeben. Doch der Alte hatte schon zuviel Zeit verloren. Stieg hastig auf das Pferd und ritt pfeifend davon.
Wie es ihm gehe, fragte ich Dram, den Burschen, der mir hinter den Flammen gegenüber saß. „Nur Worte.“ Er grinste mich verlegen an.
„Dies sind doch nicht nur Worte. Es ist die Wahrheit.“ Ein wenig erschrocken zeigte ich mich. Mein Bruder hob die Schultern, zog die Brauen nach oben, hielt ein Stück Holz fest umklammert. Eben wollte er zu sprechen beginnen, als sanftes Donnergrollen uns aufschreckte.
„Scht“, machte Dram, legte den Finger an die Lippen. Links von uns trat aus der Dunkelheit ein Reiter.
„Ich hörte, ihr philosophiert über Wahrheit? Nun, mögt ihr erfahren, was Wahrheit bedeutet.“ Der Mann in der schwarzen Kutte ließ sich aus dem Sattel gleiten. Nahm eben diesen dem Reittier ab und auch das Kopfstück. Mit einer schwungvollen Bewegung rettete sich Dram beiseite, als der schwere Ledersattel dort aufprallte, wo eben noch ein Mensch gesessen hatte.
„Geht und sucht nach der Wahrheit. In den Worten allein werdet ihr sie nicht finden.“ Knarrende Stimmtöne trug er an unser Ohr während er sich setzte. Noch einen Augenblick sahen Dram und ich uns ins Gesicht, ehe wir uns erhoben. Der Fremde warf noch ein wenig Holz in die Glut und kippte unseren braunen Alkohol dazu.
„Um das Feuer braucht ihr euch nicht zu kümmern. Geht.“

„Verrückt!“, hörte ich Dram murmeln, als er um das Lager herum schritt und zu mir kam. Das Buch hielt er noch immer fest umklammert. Vor uns in der Finsternis spielten die Schatten im Sand. Die weitläufige Welt bildete ein Spiegelbild unserer Seelen. Wir waren frei, konnten gehen und schauen wonach es uns dürstete. Doch noch hatten wir den Wert all dessen, was vor uns lag, nicht einmal erhören können. In einiger Entfernung wieherte der Hengst, den der fremde Reiter frei gelassen hatte. Beinahe war uns, als forderte er uns heraus zu einem Spiel, dessen Regeln wir nur erkennen würden, wenn wir ihm folgten.
Der Sandboden flog unter uns dahin als mein Bruder Dram und ich der Spur des Pferdes nach liefen. Bald aber war der Schein des Feuers hinter uns verblasst. Vor uns nun lag die glitzernde Nacht, besser: wir lagen in ihr. Wieder und wieder ertönte der Ruf des Hengstes und wir folgten ihm unsicher.
„Die Wahrheit finden“, murmelte ich, als wir entatmet das Tempo verlangsamten, „ist viel komplizierter als ich dachte. Dabei ist sie selbst so simpel.“ Dram schüttelte den Kopf wie er es immer tat, wenn er glaubte, etwas besser zu wissen.
„Nicht Wahrheit ist das Ziel. Bewusstsein heißt die Kraft.“ Ich verstand es nicht, als mich plötzlich etwas nieder zu rennen versuchte. Das Pferd war lautlos um uns herum geschlichen, machte jetzt einen Bocksprung und rannte an mir vorbei, wobei es mich beinahe umzuwerfen drohte. Das Spiel begann.
Abwechselnd bewegten Dram und ich uns auf das Tier zu, ließen es weichen und mussten selbst Raum geben, um nicht von den harten Hufen des Vierbeiners verletzt zu werden. Wir lachten uns die Seele aus dem Leib. Endlich hielt ich es umklammert, hängte mich mit aller Kraft an seinen Hals. Er stand still.
Noch bevor ich wusste was ich tat, strich ich ihm übers Maul, ließ meine Finger ein letztes Mal über seinen schlanken Hals gleiten und löste mich von dem mächtigen Körper.
„Er ist stark. Wir haben ihn dennoch gefangen.“ Dram jubelte, bis er gewahrte wie ich das Tier frei ließ.
„Lass nicht los!“, schrie er in mein Ohr. Und schon lag ich am Boden, die Hufe des Hengstes wild die Luft über mir brechend. Ein letztes Bild noch. Der sich an meine Seite werfende Bruder.
„Wer sind wir, dass wir begreifen?“, fragte ich ihn. Den erschrocken fliehenden Hengst vergessend, blickte er auf mich herab. In seinen Augen spiegelte sich die Nacht wie eine Mauer um uns herum. Ich fühlte mich gefangen. Erst als er mir keuchend aufhalf, erkannte ich, was um uns war. Sterne über uns. Die letzten Wolken zogen davon.

© ShaitanJr, 1.6.2012

Ein Wort. Phönixherz.

Veröffentlicht in Kurzgeschichten am 2. Mai 2012 von Shaitanjr

Vor ein paar Tagen suchte mich die Sehnsucht zu sehr heim und ich kam nicht umhin diese Geschichte niederzuschreiben. Nun ist sie auch in digitaler, etwas verbesserter Form lesbar. In Gedenken an meinen Phönix…

Phönixherz

Einst gab es in der Wildnis nur uns. Den farblosen Drachen der Nacht. Und das lichtvolle Ich. Es war in ihm, was mich bekämpfte. Ich war einst seine Seele bis in jene schicksalhafte neue Ära hinein.
Flucht hatte uns geprägt. Ständig fühlte sich mein farbloser alter Drache gejagt von der Zeit. Ich sprach alsbald zu ihm, erlöste ihn für Augenblicke von der inneren Einsamkeit, die ihn nicht losließ. Denn sie schärfte auch mich und ich ertrug es nicht in ihm zu sein, wenn er sich quälte.
Immer öfter aber verzehrte es mich selbst nach der Freiheit, die ich so sehr an ihm liebte. Er war stark. Meine Aufgabe war es stets, seine Kraft zu kontrollieren. An dem ersten Morgen aber suchte ich nach Mut. Wollte ich es jemals schaffen wie er zu sein, musste ich mich befreien. Mut beweisen und aus ihm und der funkenlosen Finsternis ausbrechen. Gegen sie ankämpfen.
Ein greller Blitz tönte unter uns, als wir dem Geruch folgend uns dem Beutespiel anschlossen. Jagdfieber, Mordlust und animalischer Hunger gierte in ihm. Und sein ewiger Hass gegen mich. Endlich einmal durfte ich ihm nicht im Weg stehen, wenn er seine blanken Krallen dem Opfer entgegenhielt, kreischenddrohend das Maul aufriss und mich mit taktischen Gedanken schwindelig machte.
Hin und her gerissen zwischen der Liebe zu dem Leben das wir auslöschen würden, dem schwelenden Misstrauen gegen ihn und alles was uns umgab und der beflügelnden Lust frei zu sein holte ich meinen Geist aus dem seinen zurück. Das Reh sprang um sein Leben, hetzte über umgestürzte Bäume und floh alsbald vor einem niedergestreckten Einhornkadaver. Nicht für alle war dieses Land ein Reich voller sich erfüllender Träume.  So auch nicht für mich. Das war es was ich fühlte, eben als die unheilvolle Stunde uns ansah. Sein letzter Schrei gellte weit über den Horizont, als ich mich aus ihm löste und ihn mit den Worten: „Kämpf um mich!“ einen Gnadenstoß verpasste. Ich war frei! Aus seinem Kopf erhob ich mich, sah ihn schmerzerfüllt hinab stürzen in das endlose Buschwerk. Sah das Reh, wie es sich noch einmal panisch umwandte, bevor es hastig hinter dem nächsten Strauch verschwand.
In meinen Augen verstarb die Nacht, als sich meine neuen Schwingen gewaltig ausbreiteten. Meine Krallen sich in rascher Folge schärften und nun ein krummer, glitzernder Schnabel meinen Gedanken Töne verlieh. Unhörbar rauschte ich durch diese Luft, die ich jetzt allein beherrschte. Schob Licht vor mir her und verbreitete auch unter den Vögeln die Kunde eines neuen Retters. Bald schon würde diese Welt für mich und alles in neuem, feurigem Licht erstrahlen. Hinter dem Horizont blieb ich hängen. Schlug mit den Flügeln nach den Wolken und stürmte mit der See. Das war alles was ich je gewollte hatte. Licht, Wärme, Freiheit… Liebe.

Viele Jahre lang herrschte ich so glücklich am Himmel. Bis ich auf der Erde fremde Kreaturen entdeckte. Versuchte sie zu jagen, doch ich fing sie nie. „Phönix“ nannten sie mich. „Halbgott“. Bei diesen wunderbaren Worten reckte ich den Hals und ließ meine Federn besonders hell glühen. Sie glänzten und leuchteten mir einen völlig neuen Weg. Hier nun wuchs Freundschaft. Tag für Tag kehrte ich zurück, beobachtete sie und zeigte ihnen meine flammenden Künste. Weinend, staunend, lachend standen sie da. Klatschten in die Hände, warfen sie in den Himmel oder falteten sie in stiller Ergebenheit vor dem Schauspiel, das ich ihnen bot.
Eines Tages aber kehrte das Unglück zurück. Ich setzte zum letzten Flug an, hörte schon aus der Ferne ihre Rufe. Etwas zog mich dort hin wie es stets war. Dann brauste der Wolkentanz um mich auf.
Mitten in die Blitze zog es mich, wie schon so viele Male. Blies mir die Federn auseinander, Luft zwischen die Kiele. Doch schnell war ich umringt. Diese Falle war mir neu. Ich fand nicht mehr hinaus und es wurde schwärzer um mich. So stark ich auch Flammen spie, heller wurde es nur in den Augenblicken, da Blitze durch mich strömten. Die Sicht schwand ganz langsam hinter Rauch, Farben und Finsternis dahin. Verzweiflung schrie ich mir aus dem Leib, flehte meine Freunde um Hilfe an.
Ehe ich mich versah, schlich sich ein Holzpfeil an. Mein einst so prachtvoller Federschweif bremste meine Reaktion. Noch ein wütender Schrei, kämpfte mit allen Kräften und sank nieder in den Schoß der Welt.
Sie kreisten mich ein, die die ich stets „Freunde“ nannte. Mit zaghafter Hand rissen sie an meinen feurigen Daunen, warfen sie lachend in die Luft und tanzten. Zwei meiner Federn fielen diesem Mann aufs Haar. Erschrocken und fasziniert berührte er sie mit den Fingerspitzen. Hob sie auf und betrachtete sie eine Weile, während die anderen ihre Blicke von mir lösten. Sie sahen zu ihm auf.
Dann trat er zu mir. Legte die Linke an den Pfeil, der noch immer meine Rippen spreizte. Der Mensch sprach leise zu mir.
„Du, der wir dich Phönix nannten, bist für uns ein Halbgott gewesen. Doch deine größte Dummheit ist dein Stolz.”
Empört bäumte ich mich ein letztes Mal auf. Hielt ihnen meine Tränen entgegen und starb, so wie auch der farblose Drache gestorben war. Im fremden Element. Und einsam.

© ShaitanJr, 25.4.2012

Nachruf für den besten, einzigwahren Highlander.

Veröffentlicht in Uncategorized am 10. April 2012 von Shaitanjr

An diesem schweren Abend gehe ich einen Weg, der mir Befreiung, Erleichterung aber auch noch mehr Schmerz und Trauer bringt. Ich setze einen schweren Stein mit Gravour für meinen Liebsten

Mario Wolodja “Wody” Hartmann
geboren am 10.4.1965
gestorben am Ostermontag, 10.4.2012

Mein Highlander… Du wolltest unsterblich sein. Dies nun ist der Moment in dem ich weiß: Dein Wunsch ist erfüllt worden. Du wirst immer unsterblich sein.
Ich liebe dich einfach so sehr.
Was uns widerfahren ist kann man Glück, Schicksal, Zufall nennen. Du nanntest es Schicksal. Es hat dich zu mir geführt. Unablässig. Wir sind gegen alle Regeln miteinander gegangen, haben Änsgte bekämpft und Erlösung gefunden. Nun lässt du uns zurück in stiller Trauer.
Wie der Phönix der du immer warst, hast du dich aus der Asche hinauf gekämpft und bist auferstanden um der meine zu werden.
Mit mir trauern deine Kinder, deine beste Freundin, deine Geschwister und viele weitere Freunde.

An diesem deinem letzten Abend hast du mir versichert, dass Satan dein Feind ist und dich immer wieder versucht aus der Bahn zu werfen. Vielleicht hast du einen Pakt mit ihm ersonnen? Wolltest du zum Augenblicke sagen “Verweile doch, du bist so schön”, so solltest du untergehn. Viel weniger poetisch war dein Leben, welches ich stets aus weiter Distanz wahrgenommen habe. Drogen und Gewalt haben dich geprägt. Man hat schlechtes über dich gesprochen. Man hat dich verurteilt. Und nun das.

Ich werde niemals den 11.3.2012 vergessen, da du mich das erste Mal besucht hast. Diese Gespräche werden mir fehlen!
Dieses Ostern nun hat uns zusammengeführt und entzweit. Obwohl wir äußerlich doch so wenig zueinandergehören zu schienen, haben wir uns angezogen. Tag für Tag mehr. Ich konnte nicht mehr essen und nicht mehr schlafen, so sehr vermisste ich dich. Mit jeder Faser meines Herzens sehnte ich mich nach dir, und du dich nach mir. Der unheilvolle Morgen brach an. Niemand wird je verstehen, was dich dazu gebracht hat, dermaßen viel Alkohol zu konsumieren. Du sagtest, du wolltest nur Mut antrinken. Starker Wolf, Highlander… Du hattest mehr Mut als ich in meinem ganzen Leben. Der Alkohol machte dich krank, wirr und unbeherrscht. Bei unserem Treffen an diesem einen letzten Tag am 9.4. warst du so aufgeregt, dass ich Angst haben musste, dein Herz würde zerspringen. Die Furcht war nicht unangebracht.
Wir hatten so eine wunderbare Zeit zusammen. Wie gern wäre ich mit dir und deinem Hund Charlie über die Felder spaziert. Wie gern hätte ich mit dir die nächtlichen Waldwinkel erkundet!
Du brauchtest noch mehr Alkohol und die Zigaretten taten ihr übriges. Du warst zu alt. Sehr sehr alt. Aber auch kindlich naiv.
Wir gaben uns der Schönheit des Abends hin, bis du mehr Alkohol brauchtest. War es wirklich nur die Feierlichkeit deines nahenden Geburtstages, welche dich nach draußen trieb?
Ich bin sehr froh, dass du in meine Arme ein letztes Mal zurück gekehrt bist. Sie werden dir stets offen entgegen kommen. Auf dass du weitere 480 Jahre auf Wolke 7 verweilst und auf mich wartest. Ich werde nie vergessen, wie sich unsere Lippen ein letztes Mal berührten. Deine wunderbaren tiefen Ozeanaugen mich einsogen, die vielen Worte, die du mir hinterlassen hast.
“Sterben ist schön”, hast du gesagt. Ich hoffe so sehr, dass du Recht behalten hast.

Auch wenn wir nur einen Tag mit einander genießen konnten, bevor dich das Weiße Laken bedeckte, ist meine Liebe für dich unglaublich stark. Es heißt, man trifft nur ein einziges Mal im Leben den Menschen, der zu einem gehört. Ganz wirklich. Ich glaube daran, denn dich gab es nur einmal. Du wirst immer unersetzlich bleiben, mein starker Krieger. Ich vermisse dich jetzt schon und warte auf eine wunderschöne Ewigkeit mit dir…
Bis dahin halte ich dir meinen Blick entgegen, damit du mich niemals verlierst. Dieser Film ist ganz allein unserer.

niemals waren wir uns nah
zogen durch ein eisiges all
lautlos
auf ellipsenförmigen bahnen
um eine verglühende sonne
langsam verbrauchten wir an ihr
unsere fliehkräfte
fortwährend
bis zu dem tag
an dem sich unsere wege
kreuzten

da
warf unsere anziehungskraft
uns aus den bahnen

nun
stürzen wir zusammen
brennend durch das all
zwei schweifsterne im sonnenwind
immer weiter und weiter
der erde entgegen
von der wir mit bloßem auge
schon zu sehen sind
~bodenski~

Du wolltest mich so vieles lehren. Gelernt habe ich nun, wie wunderbar wahre Liebe sein kann, wie sterblich Menschen sind und um wie viel ich meinen Abstand zum Alkohol vergrößern muss.
Du warst überzeugt davon, unsterblich zu sein, wilder, sturer, liebevoller, sanfter Highlander. Nun bist du es. In meinem gebrochenen Herzen noch viel tausend Jahre lang.

Man wecke den Drachen…

Veröffentlicht in Uncategorized am 20. März 2012 von Shaitanjr

An diesem Morgen juckt es mich in den Fingern und es wird tatsächlich auch mal Zeit, dass ich ein wenig aktiver werde.

Die letzten Wochen gingen für Recherchen und Planungsarbeiten zu meinen großen Romanen drauf und diese Phase ist auch noch längst nicht abgeschlossen. Deshalb gibt es derzeit keine neue Shortstory von mir. Allerdings hege ich heute große Gefühle, die ihren Weg in die Sin-Dra-Welt finden müssen.

Über ein Jahr gibt es nun ein Projekt schon, das langsam beginnt, mächtig zu wachsen. Um diesem Umstand gerecht zu werden, will es an dieser Stelle erwähnt werden. Seit Juni letzten Jahres bin ich Mitglied im Gothicverein Weltenfinsternis und habe schließlich einen Posten im Vorstand bezogen, wo ich es mir bereits gemütlich gemacht habe. Aber nicht zu gemütlich, denn die Kernthematik des Vereins lädt sicherlich nicht zum Ausruhen ein. Seit es diesen Blog gibt, bin ich als Autorin offizieller Partner und Unterstützer des Gothicvereins und engagiere mich somit effektiv für Kinderhospize und Kinderkrebsstationen in Deutschland – und natürlich auch für “meine” Szene.

So traurig dieses Thema ist, so viel Aufmerksamkeit sollte ihm auch geschenkt werden. Tod ist eine ernste Sache, die niemand wegschieben sollte. Gerade die Menschen, die in solchen Situationen hilflos allein gelassen werden, weil sich andere nicht zuständig fühlen, brauchen unbedingte Tatkraft und Anteilnahme.
Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass der Gothicverein kurz vor der Eintragung ins Vereinsregister – und damit dem begehrten e.V. steht. Mitgliedschaften sind in der Regel kostenlos und bedingen keiner Versammlungen zu denen man eine lange Reise antreten muss – die internetfähigen Menschen sollten mit ihrer Technik bestens ausgerüstet sein.

Es tut niemandem weh, aktiv zu werden und einen Teil beizutragen. Weh tut viel mehr das Wegschauen und Verdrängen. Wer sich nicht für eine aktive Mitgliedschaft begeistern kann, hat sogar die Option einer einfachen Registrierung auf unserer Homepage um somit an der Community teilzuhaben.

Hier nochmal die Adresse des Gothicvereins:
http://www.gothicverein.de

Unser Team freut sich über jede Unterstützung.

Sayyal V

Veröffentlicht in Kurzgeschichten am 7. Dezember 2011 von Shaitanjr

Flugsturz und ein Ende

Und wenn mich Nacht vergessen lässt, wo ich einst war. Nur einen Funkenschlag entfernt landet er. Sayyal. Wir bewegen uns auf keinen Horizont mehr zu. Nichts schwirrt um uns, der Wind hat seine Pforten geschlossen. Nun steht es da, wie die Angel des Fischers, die sich im Wasserlauf nur zwangsweise zu rühren wagt.
Wo wir sind, frage ich. Sayyal nickt nur. Er hat verstanden. Aber antworten, das wird er nicht. Nur zu, sage ich. Nur zu. All die Zeit habe ich mich daran gewöhnt, ihn mit stillen Regeln zu verdammen und zugleich in der Sonne den Göttern zu weihen, als Gabe der Natur. Sayyal fliegt nicht mehr. Ich stehe am Turm und beschaue mir seine Flügel. Ein Traum hat dies angerichtet: Sie sind zerkratzt, an einigen Stellen ist die müde Haut gerissen. Wiederum ist an anderen Flecken etwas erkennbar geworden, unter der Haut, etwas fast menschliches. Dabei sind wir doch nicht das, was man uns heißen mag. Wir sind Träume, nur Gedanken und Lehnwünsche. Aber woher dann der Schmerz? Sayyal fragt nicht. Er erträgt seine Bürde und lässt mich machen.
Der Turm steht etwas geneigt gegen die Wolken da und berührt zu manchen Zeiten eine kleine Ansammlung von ihnen. Und wir, wir Träume hier draußen, wir sehen nicht ein, den letzten Weg hinein zu gehen. Zu lang haben wir gelebt und gelitten, zu schnell trug der Wind Sayyals starke Schwingen über die Ozeane von Gedanken und Wälder voller ungeduldiger Marder.

Ob wir nicht längst des Träumens müde werden, will man wissen.
Dabei kann man doch gar nicht fragen, nicht Antwort erwarten. Träume sind was sie sind und sie haben verstanden. Anders als so manch träumendes Wesen verschwenden sie keine Zeit und keinen Unrat darauf, sich mit Wissen und Magie zu füllen, nur um einmalst das Licht erkennen zu wollen. Nein, wir Träume, wir greifen nicht nach den Tagen da die Nacht unser Untergang ist.
Sayyal weiß wovon ich rede. Der Untergang. Der Turm. Wie kann man einen Turm da stehen sehen, wenn man doch schon im Nichts gefangen sein müsste? Die Logik der Menschen lehrte uns zuviel.
Der Schrei des großen Drachen malte meine Schuppen noch finsterer zu. Ich lud seine Pein auf mich, der ich der einzige Fühlende bin. Sayyal ist schließlich nichts, als ein Haufen Moral und etwas heiße Luft.
Sollten wir den Turm betreten? So ergibt sich eine neue Sicht. Die Reise ist zu ende und auch das Wissen um die Kunst des Schlafens. Gleichzeitig ist es eine Erlösung für all jene, denen das Träumen von und mit uns so viel Kummer eingebrannt hat, dass nicht einmal ein Leben danach sie milde stimmen könnte.
Wir oder sie. Wir und unser Leben, das wir lieben. Sie und ihre Träume, die sie loswerden müssen.
Ich wende mich dem kalten Turm zu, lausche auf Sayyals Rufe und warte auf die Gelegenheit. Irgendwo pickt ein Vogel gegen den Raum, von außen. Er erwartet wohl, dass wir gehen. Noch einmal betrachte ich meinen Drachen, der längst zusammen gebrochen dem Ende entgegen weilt. Beiße mir auf die Lippen. Singe das Letzte Lied, wie es von den träumenden Vorfahren überliefert wird. Der letzte Gnadenstoß und ein freiwilliger Wechsel hinüber vom Nicht-sein ins Nicht-mehr-existieren. Sayyal ist froh drum. Ob die Träumenden uns das nun danken?

© ShaitanJr 23.4.2011

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